Das Hundewesen
Die einschlägigen Jagdgesetze und Verordnungen schreiben vor, daß für jedes Revier mindestens ein jagdlich geeigneter, d.h. geprüfter Jagdhund zur Ver-fügung stehen muß. Für manche Jagdarten, wie die Entenjagd, sind Hunde nicht wegzudenken und sogar gesetzlich vorgeschrieben, um erlegtes Wild waidgerecht bergen zu können.
Mit den Veränderungen im Wildbestand, wie sie die fünf letzten Jahrzehnte mit sich brachten, änderten sich natürlich auch die durchgeführten Jagdarten, was wiederum einen Einfluß auf die verwendeten Hunderassen hatte. In den ”guten alten” Zeiten mit hohen Niederwildstrecken waren Vorsteh- und Apportierhunde, wie Deutsch Drahthaar und Deutsch Kurzhaar, aber auch Deutsch Langhaar und der Kleine Münsterländer die dominierenden Rassen. Im September 1955 beispielsweise wurde bei zwei Jagdeignungsprüfungen 17 Hunde der o.a. Rassen geprüft.
Renate Jünemann geb. Hollenbach
eine der ersten Jägerinnen der Jägerschaft Duderstadt, sie bestand die Jägerprüfung am 6.6.1942 – mit einem Deutsch Kurzhaar
In dieser Zeit war auch der Jagdgebrauchsundeverein (JGHV) im Aufbau begriffen. Der Sektion Weser-Leine gehörten laut Vereinsmitteilungen vom 01.10.56 erst sechs Eichsfelder Jäger an: Karl Ertmer (Duderstadt), Dr. Matthias Gleitze (Duderstadt), Franz Grünewald (Hilkerode), Gustav Kortekamp (Duderstadt), Dr. August Leibecke (Lindau) und Kurt Rüttgeroth (Gieboldehausen). Für die Durchführung von Dressur- und Führungskursen wurde vom JGHV das ”jagdliche Urgestein” Kurt Rüttgeroth be-nannt. Mit der Abnahme der Wesensfestigkeitsprüfung für die Landkreise Göttingen, Duderstadt und Hann. Münden wurden Dr. Wagner (Göttingen) und Herr von Werder (Klein Lengden) betraut.
Je mehr das Niederwild zurückging, desto weniger wurden Vorsteh- und Apportierhunde benötigt. Mit der Zunahme von Schwarz- und Rehwild, das seit Ende der 80er Jahre auch auf Beunruhigungsjagden gestreckt wird, wurden Stöberhunde, wie der Deutsche Wachtelhund und der Terrier, immer wichtiger. Und je mehr auf Schalenwild gejagt wird, desto größere Bedeutung kommt auch dem gut auf Schweiß eingearbeiteten Hunden zu. Auch hier wird in der Jäger-schaft Duderstadt vorwiegend mit dem Wachtel gearbeitet. Für schwierige Nachsuchen stehen spezialisierte Schweißhundeführer, zumeist Förster aus dem nahen Harz, zur Verfügung.
Um den Schweißhundeführern die Arbeit zu erleichtern, wurden inzwischen generelle Wildfolgevereinabrungen getroffen, damit Nachsuchen nicht an jeder Reviergrenze zum Stehen kommen.
Bei der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Duderstadt am 11.03.55 wurde beschlossen, in jenem Jahr eine Brauchsbarkeitsprüfung für Jagdhunde durchzuführen. Zur Vorbereitung dieser Prüfung wurde ein Ausschuß gebildet, der sich aus folgenden Waidgesellen zusammensetzte: KJM Gerlach, Bruns, G. Wagner und Kurt Rüttgeroth. In den darauffolgenden Jahrzehnten war es jedoch Kurt Rüttgeroth, die ”knorrige Eiche”, der die Hundearbeit in der Jägerschaft Duderstadt entscheidend beeinflußte und führte. Kurt Rüttgeroth, der sich auf vielen Gebieten Verdienste erwarb, wurde langjähriger Hundeobmann unserer Jägerschaft. Bei vielen Prüfungen arbeitete er mit dem allseits bekannten Prüfungsrichter Clito Hödicke aus dem Solling zusammen. So mancher wird sich an die alten Haudegen erinnern. Hundeprüfungen waren obgligatorisch, soweit entsprechend viele Hundeführer ihre vierbeinigen Jagdkameraden nach der Ausbildung zur Prüfung führen wollten. Das war aber nicht in jedem Jahr der Fall. Beispielsweise fanden 1977 und 1979 keine Prüfungen statt, 1978 dagegen wurden 11 Hunde zur Brauchbarkeitsprüfung geführt. In den 70er Jahren beklagte Kurt Rüttgeroth einmal, daß auf einer Jagdeignungsprüfung keine ”echten” Jagdhunde geführt wurden. Es waren ausschließlich Teckel, sieben an der Zahl.
Nachdem Kurt Rüttgeroth nicht mehr zur Verfügung stand, folgte ihm Otto Stitz als Hundeobmann, der diese Funktion bis 1999 wahrnahm. Der derzeitige Obmann für das Hundewesen ist der Desingeröder Horst Mollenhauer.
Von den Jagd-Hunden
Der Hund ist der sechste Sinn des Menschen (Friedrich Hebbel)
Mancher Jagdhund ist schlauer als sein Herr.” “Hast recht, ich habe auch so einen...”
Die oren sind Im lang und das Maul hanget und die Naslöcher sind Im weit geschlitzt, der ober leffzt hanget Im auch herab, und sein Stymm ist hell und der swantz ist nit zu lang und etwas krumb uf der rechten Seiten und er trätt In über sich, und sein arsloch ist hinden weitt. Das sind die zaichen des Adels. (Mynsinger: Jagdhund und Laitthund)
Willst du deinen Hund schlagen, findest du immer einen Stock.
(Altes Sprichwort)
”Meine Senta ist phantastisch. Jeden Morgen bringt sie mir die Zeitung” ”Wieso, das machen doch viele Hunde” ”Ja, aber ich habe gar keine Zeitung abonniert!”
Und noch ein Jägerkrimi:
Die Senta von Franz ist eine unheimlich scharfe Jagdterrierdame. Eines Tages passiert es - sie apportiert den preisgekrönten Karnickelbock von Nachbar Gustav, kalt und mausetot. Franz guckt durch den Zaun: tatsächlich, der Stall steht offen, Karnickel fehlt. In seinem Kopf beginnt es zu arbeiten: Gustav kommt erst nach sechs von der Arbeit, warum soll das Vieh nicht eines natürlichen Todes gestorben sein... Er wäscht also den Lapuz, Senta hatte ihn nämlich ziemlich schmutzig gemacht, föhnt ihn trocken und legt ihn wieder in den Stall. Abends begegnet er - mit einem flauen Gefühl im Magen - Gustav, und der erzählt: ”Mir ist da etwas Komisches passiert. Letzte Woche ist mein Karnickelbock eingegangen, ich habe ihn im Garten beerdigt, und heute hat hat ihn jemand ausgegraben und mir wieder in den Stall gesetzt.....”