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Jägerschaft Duderstadt

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Die Jägerschaft Duderstadt

In der Mitte Deutschlands, zwischen dem Leine-Weserbergland im Westen und dem Harz im Osten, liegt das Untereichsfeld, das Gebiet der Jägerschaft Duderstadt. In dem welligen Hügelland mit Höhenlagen zwischen 142 und 341 Metern verläuft die Südgrenze Niedersachsens zu Thüringen, in dem das Obereichsfeld liegt.

Die Jägerschaft Duderstadt, seit der Jahreshauptversammlung 1999 ein eingetragener Verein, ist eine von 67 Jägerschaften Niedersachsens. Mit 22.000 Hektar Jagdfläche und - im Jahre ihres 50jährigen Jubiläums - mit 430 Mitgliedern (davon 24 Ehrenmitgliedern) zählt sie – für niedersächsische Verhältnisse – nicht zu den großen Jägerschaften.

Der Zuständigkeitsbereich der Jägerschaft ist der ehemalige Landkreis Duderstadt mit einer Stadt, einem Flecken und 28 Dörfern. Insgesamt hat das Untereichsfeld rund 40.000 Einwohner. Nach der Gebietsreform 1973 ging der Altkreis Duderstadt mit dem Kreis Hann. Münden im Landkreis Göttingen auf und bildet nunmehr dessen östlichen Bereich.


Landschaft und Reviere

Intensive Landwirtschaft und der relativ geringe Waldanteil von etwa 13 Prozent bestimmen das Landschaftsbild. Trotzdem verfügt die Jägerschaft Duderstadt über reiche landschaftliche Schönheiten, wie das Naturschutzschutzgebiet Seeburger See, eines der Wahrzeichen des Eichsfeldes und mit 85 Hektar der größte natürliche See Südniedersachsens.

Der Seeburger See

”das Auge” des Eichsfeldes

Das Untereichsfeld wird von einigen z.T. naturnahen Fließgewässern durchzogen. An erster Stelle sind hier die Hahle und die Rhume, Suhle und Eller zu nennen. Die Rhume-Quelle ist eine der stärksten Europas. Darüber hinaus gibt es noch kleinere und größere Teiche und Seen, wie die Thiershäuser Teiche bei Renshausen im äussersten Norden des Eichsfeldes. Naturgemäß kommen an diesen Gewässern zahlreiche Wasservögel vor, womit auch die Entenjagd eine nicht unwesentlichen Rolle spielt.

Von den 52 Revieren der Jägerschaft Duderstadt sind 12 Eigenjagden, die anderen gemeinschaftliche Jagdbezirke. Sechs sind reine Wald-, acht reine Feldreviere. Diese Jagdbezirke ausgenommen, bewegen sich die Waldanteile der anderen Reviere zwischen 0,5 und 54 Prozent. Die Waldreviere befinden sich entweder auf einem Höhenzug im Westen, im Süden entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze oder im Osten am Rotenberg, einem 20 Kilometer langen, dem Harz vorgelagerten Höhenrücken. Die Reviere sind nahezu ausschließlich von Eichsfelder Jägern gepachtet.

Reine Fichtenmonokulturen sind selten. Vorherrschend sind Buchenbestände oder Mischwälder, vorwiegend Laubholz, weniger Nadelwälder. Die bewaldeten Höhenzüge bieten sehenswerte Landschafts- und Waldbilder.

Die Jagdbezirke des Untereichsfeldes sind Niederwildreviere. Hauptwildarten sind Sau, Reh und Fuchs. Die Hasen- und Rebhuhnbesätze sind in den letzten zwei Jahrzehnten sehr zurückgegangen und werden kaum noch bzw. gar nicht mehr bejagt. Eine Sonderrolle nehmen die Kaninchen ein, deren Besatz ständig rauf und runter geht. Sauen kommen als mehr oder weniger häufiges Wechselwild vor. In einigen Revieren kann man sie als Standwild bezeichnen. Über die Wildarten und -bestände, sowie ihre Bejagung wird an anderer Stelle dieser Chronik berichtet.

Die Hegeringe

Hegeringe sind Untergliederungen einer Jägerschaft und bilden die kleinsten organisatorischen Einheiten innerhalb der Organisation der Landesjägerschaft Niedersachsen. Ein Mitglied der Jägerschaft gehört zu dem Hegering, in dem sich sein Hauptwohnsitz oder sein Revier befindet. Angehöriger eines Hegerings kann nur sein, wer auch Mitglied der Jägerschaft ist.
Der Leiter eines Hegerings ist Mittler zwischen den Hegeringsmitgliedern einerseits und der Kreisgruppe, der Bezirks- und Landesjägerschaft andererseits. Informationen und Beratungen der Verbände läßt er seinen Mitgliedern zukommen, ihre Sorgen, Anregungen und Wünsche leitet er an die Organisationen weiter.

Die Entscheidung über Zahl und Abgrenzung der Hegeringe innerhalb der Jägerschaft trifft der erweiterte Vorstand, dem neben den eigentlichen Vorstandsmitgliedern (1. und 2. Vorsitzender, Schriftführer, Schatzmeister und Jägermeister) auch die jeweiligen Obleute und Hegeringleiter angehören.

Zu Zeiten der ”Deutschen Jägerschaft” im Jahre 1938/39 unterteilte sich der Jagdkreis Duderstadt noch in zwei numerierte Hegeringe, deren Leiter Emil Greve (Lindau/Hegering II) und Edmund Schabacker (Duderstadt/Hegering I) waren. Seit ihrer Neugründung im Jahre 1949 gliedert sich die Jägerschaft Duderstadt in vier Hegeringe, die zunächst ebenfalls numeriert waren. Der damalige 1. Vorsitzender der Jägerschaft Duderstadt, gleichzeitig Oberkreisdirektor, Dr. Matthias Gleitze, ordnete am 27.09.65 an, die Hegeringe nach den Himmelsrichtungen zu benennen.

Im Vorfeld der eigentlichen Jägerschaftsgründung wurde in der 2. Vollversammlung der Jäger des Untereichsfeldes am 01.06.46 die Bildung von Hegeringen vertagt. Am 29.03.47 jedoch wurden die Hegeringleiter gewählt. Es handelte sich um

Julius Glaese, Hegering I (Süd),
Albert Gerlach, Hegering II (Ost),
Karl Rust, Hegering III (West) und
Kurt Rüttgeroth, Hegering IV (Nord).

Interessant sind auch einige Formulierungen, die der von Dr. Gleitze erstellten Chronik zum 30-jährigen Jubiläum entnommen sind und aus dem Protokoll der Generalversammlung der Jägerschaft Duderstadt vom 19.12.49 stammen: ”Jeder Hegering bildet ein Jagdsyndikat. Alle im Hegering vereinigten Revierinhaber sind Mitglieder dieses Syndikats und müssen bei Veranstaltungen von Jagden benachrichtigt werden. Genaue Verteilung der Strecken wurde geklärt.” Während der Generalversammlung wurden alle vier Hegeringleiter als Beisitzer des Vorstandes gewählt. Seitdem gehören sie zum erweiterten Vorstand.

Mit Beginn der 50er Jahre verlief die Entwicklung der Hegeringe allmählich in ruhigeren Bahnen, so daß es über sie nichts zu berichten gibt, was über das hinausgeht, was in anderen Kapiteln dieser Chronik geschrieben steht.

Die Hegeringleiter der letzten 50 Jahre

Süd:
Julius Glaese 1947 – 1950
Hubert Cramer 1950 – 1954
Gustav Kortekamp 1954 – 1964
Werner Gerlach 1964 – 1976
Karl Fröhlich 1976 – 1979
Helmut Nolte 1979 – 1998
Hans-Georg Kracht seit 1998

Nord:
Kurt Rüttgeroth 1947 – 1952
Adolf Schlick 1952 – 1961
Karl Schlick 1961 – 1969
Erich Kreuch 1969 – 1977
Friedrich Nienstedt 1977 – 1979
Otto Stitz 1979 – 1983
Eduard Wandt 1983 – 1991
Werner Rüttgeroth seit 1991

Ost:
Albert Gerlach 1947 – 1952
Ferdinand Gerlach 1952 – 1974
Anton Gerlach 1974 – 1985
Albert Koch 1985 – 1993
Alfred Ballhausen seit 1993

West:
Karl Rust 1947 – 1950
Alfons Ripping 1950 – 1976
Rudolf Diedrich 1976 – 1997
Elmar Gecius seit 1997

Hegering Nord: 94 Mitglieder (Stand 01.01.99),
12 Reviere
5618 Hektar Fläche, davon 600 Hektar Wald

Hegering Ost: 65 Mitglieder (Stand 01.01.99),
8 Reviere,
3529 Hektar, davon 560 Hektar Wald

Hegering Süd: 182 Mitglieder (Stand 01.01.99)
22 Reviere,
7001 Hektar, davon 1069 Hektar Wald

Hegering West: 89 Mitglieder (Stand 01.01.99)
10 Reviere,
5895 Hektar, davon 695 Hektar Wald