Jägerschaft Duderstadt e. V.
Jägerschaft Duderstadt e. V.

 

Jahreshauptversammlung und Hegeschau

der Jägerschaft Duderstadt e.V. am 09.April 2016

 

 

Der stv. Vorsitzende, Herr Thomas Ehbrecht, begrüßt die Mitglieder und die Ehrengäste aus der Politik, der Verwaltung und der Wirtschaft sowie aus den Nachbarjägerschaften und den Kreisjägermeister mit seinen Vertretern, nachdem die Jagdhornbläser die Veranstaltung eröffnet hatten.

 

Nach der Feststellung der Beschlussfähigkeit gedenkt die Versammlung der verstorbenen Mitglieder.  Die Bläser  ehren die Verstorbenen mit den Signalen „Jagd vorbei“ und „Halali“.

Grußworte werden durch die Herren Landrat Bernhard Reuter, Ehrenbürgermeister Lothar Koch und Dr. Dieter Hildebrandt überbracht.

 

Die Verleihung des Naturschutzpreises 2016 der Volksbank Mitte e.G. für die Jägerschaft Duderstadt wird durch das Vorstandsmitglied, Herrn Björn Henkel, vorgenommen. Mit dem Naturschutzpreis wird das Revier Renshausen, Pächter Fritz Nienstedt, für Biotopvernetzung in Verbindung mit der Anlage von zwei Wasserflächen, ausgezeichnet.

Die Verleihung von Treuenadeln und weiteren Ehrungen nehmen der stv. Vorsitzende der Jägerschaft und der Kreisjägermeister vor. Sie bedanken sich bei den zu Ehrenden für die bis zu 65-jährige Treue zum Deutschen Jagdverband und zur Jägerschaft Duderstadt.

Die Landesjägerschaft ehrt auf Vorschlag der Jägerschaft Duderstadt den Waidgesellen       Rudi Diederich, Wollbrandshausen, für seine  Verdienste für das deutsche Waidwerk und die Jagd im Eichsfeld mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft.

Für alle Geehrten  gilt es,  mit einem kräftigen Waidmannsdank, Dank zu sagen.

In seinem Jahres- und Geschäftsbericht weist der stv. Vorsitzende Thomas Ehbrecht darauf hin, dass auch in diesem Jahr wieder ein Ausbildungskurs für Jungjägeranwärter läuft, obwohl eine starke Konkurrenz durch private Jagdschulen gegeben ist.

Mit dem  Info-Mobil, das seit 1998 im Einsatz ist, besuchte unser Waidgeselle Helmut Nolte Kindergärten und Schulen und konnte damit ca. 500 Interessierten die heimische Tierwelt nahebringen.

 

Die Jagdhornbläser waren im letzten Jahr wieder sehr aktiv, so der stv.  Vorsitzende.

Sie nahmen u.a. an den Bundesmeisterschaften und den offenen Hess. Meisterschaften (1.Platz/Tagessieg) teil.  Auch diverse regionale Auftritte standen auf dem Programm.

Das jährliche Hegering- und Pokalschießen ist ein gern wahrgenommener Termin der Jägerschaft. Neben dem sportlichen Wettkampf steht die Pflege der Gemeinschaft im Mittelpunkt.                                                                                                                                                          

 Die Waidgesellen Christoph Meyer (Vizemeister auf Bezirks- und Landesebene) und

Stefan Rüttgeroth (dritter Platz auf Bundesebene) waren die erfolgreichsten Schützen im letzten Jahr.

 

Auch in diesem Jahr führt die Jägerschaft wieder eine Brauchbarkeitsprüfung für unsere Jagdhunde durch. Der aktuelle Kurs läuft seit dem 3. April. Es  nehmen sieben Hunde teil.  Im letzten Jahr konnten acht Hunde erfolgreich ihre Brauchbarkeit nachweisen. Der stv. Vorsitzende weist darauf hin, dass die Hundesolidarkasse der Jägerschaft für Jagdhunde, die sich im jagdlichen Einsatz verletzt haben, in Anspruch genommen werden kann (Antragsformblatt im Internet).

 

Unter TOP 12 führt der stv. Vorsitzende aus, dass die Jägerschaft Duderstadt im Vorfeld der Kreistagswahl im Herbst (11.09.) - wie die Jägerschaften Göttingen, Münden und Osterode auch -  über den LJN dem Landkreis Göttingen Vorschläge zur Wahl des Kreisjägermeisters (KJM) und seiner Vertreter unterbreiten muss. Da unser bisheriger KJM, Herr Alfred Ballhausen, auf eine weitere Amtszeit verzichtet hat, schlagen wir im erweiterten Vorstand, Herrn Guido Schwarze, als Nachfolger vor. Wie mit unseren Nachbarjägerschaften im Landkreis einvernehmlich und turnusgemäß vereinbart, benennt die Jägerschaft Duderstadt folgende Personen  mit folgenden Funktionen:

 

                     KJM                                    Herr Axel Eichendorff, JS Münden

   Stellv. KJM                          Herr Claus-Wilhelm Deig,  JS Osterode

       Besonderer Vertreter          Herr Dr. Dieter Hildebrandt, JS Göttingen

  Besonderer Vertreter          Herr Guido Schwarze, JS Duderstadt  

 

Nach den Berichten des Schatzmeisters und der Kassenprüfer wird dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt.

 

Der stv. Vorsitzende, Herr Thomas Ehbrecht, bedankt sich bei allen Mitgliedern – insbesondere bei den Funktionsträgern für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sein besonderer Dank gilt dem scheidenden Kreisjägermeister, Alfred Ballhausen, für das stets gute Miteinander.

 

 

Bericht des Kreisjägermeisters auf der Jahreshauptversammlung und Hegeschau

am 09. April 2016

 

Der KJM, Herr Alfred Ballhausen führt aus, dass die Zusammenarbeit der Jägerschaft Duderstadt mit den Nachbarjägerschaften ebenso wie die mit der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Göttingen stets  vertrauensvoll, gut und von gegenseitigem Verständnis geprägt gewesen ist. Er  hofft, dass dies auch nach der Kreisfusion ab dem 01.11. d. J. weiterhin so sein wird, wenn die Untere Jagdbehörde dann in Osterode beim dortigen Ordnungsamt verortet sein wird. Jagdscheine werden aber auch künftig neben Osterode auch in Göttingen ausgestellt und verlängert.

 

Der Kreisjägermeister weist darauf hin, dass bei Nachsuchen nach einem angefahrenen Stück Wild, oder wenn der Schuss einmal nicht dort gesessen hat, wo er hingehörte, es keine „Kleinstaaterei“ geben und die Reviergrenzen  nicht  zum unüberwindbaren Bollwerk werden dürfen. Um die Leiden der Kreatur so schnell wie möglich zu beenden, gibt es neben erfahrenen Hunden auch die rechtlichen Voraussetzungen dafür.  Die Vorgaben im Jagdgesetz sind das Minimum. Mit einer freiwilligen Wildfolgevereinbarung können wir hier noch  mehr erreichen. Es kann und darf nicht sein, dass Reviernachbarn ein Stück Wild finden, das nicht ordnungsgemäß nachgesucht worden ist.

 

Zu den Jägerprüfungen im Landkreis Göttingen  gibt der Kreisjägermeister folgende Informationen. Im Kalenderjahr  2015 sind im Landkreis Göttingen insgesamt 9  Jägerprüfungen durchgeführt worden, an denen 246 Personen teilgenommen haben. Davon haben 209 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Prüfung bestanden.

 

Durch die Jägerschaft Duderstadt sind im vergangenen Jahr 14 Personen ausgebildet worden, von denen 13 geprüft worden sind. Alle Prüfungsteilnehmer bestanden die Prüfung.

 

Seit Anfang September 2015 läuft in der Jägerschaft Duderstadt wieder ein neuer Lehrgang, an dem 14 Personen teilnehmen. In der Jägerschaft Göttingen sind es 29 Personen und in der Jägerschaft Münden 21 Personen, die sich zurzeit auf die Jägerprüfung vorbereiten.

 

Neben den 9 Prüfungen der Jagdschule  Göttingen mit ca. 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im laufenden Jahr 2016  findet im Mai d. J. noch eine weitere Prüfung statt, zu der sich 12 Forststudenten angemeldet haben.

 

Die diesjährigen Prüfungen für die in unseren 3 Jägerschaften ausgebildeten Prüflinge finden im Zeitraum vom 29. April bis 21. Mai statt. Die Prüflinge der Jägerschaften Duderstadt und Münden werden gemeinsam die mündlich-praktische Prüfung im Revier Desingerode absolvieren.  Den dortigen Revierinhabern dankt er ganz herzlich für die Zurverfügungstellung ihres Revieres für diese Prüfung.

 

Herr Ballhausen begrüßt besonders die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen Jungjägerlehrganges, die vom Ausbildungsobmann Helmut Nolte  bereits durch die Hegeschau geführt worden sind und verbindet damit den Wunsch auf ein gutes und erfolgreiches Prüfungsergebnis. 

 

In seinen weiteren Ausführungen stellt der Kreisjägermeister klar, dass wir Jägerinnen und Jäger in einer jagdpolitisch turbulenten Zeit leben. In einer Zeit von der wir noch  nicht wissen, welche weiteren Veränderungen seitens der Gesetzgeber  auf uns zukommen werden. Auch wenn sich anstehende Veränderungen jetzt etwas konkreter abzeichnen und er zitiere hierzu aus einem Grußwort unseres DJV-Präsidenten Hartwig Fischer:

„Die Europäische Kommission hat ein Maßnahmepaket zur Terrorismusbekämpfung vorgelegt, das folgende Maßnahmen beinhaltet:

  1. Gesundheitscheck für legale Waffenbesitzer
  2. zeitliche Befristung der waffenrechtlichen Erlaubnis
  3. Einschränkung des Online-Handels mit Waffen
  4. Verbot bestimmter halbautomatischer Waffen

Alles Vorschriften, die den legalen und somit gesetzestreuen Bürger zu Unrecht treffen. Derartige Belastungen für legale Waffenbesitzer – und somit für eine Bevölkerungsgruppe die ständig überprüft und kontrolliert wird – lehnen wir schlicht ab.

In einigen Bundesländern darf nur noch bleifrei gejagt werden und einige weitere werden kurzfristig dazu kommen. In den meisten Bundes- und Landesforsten ist  bereits „Bleifreies Jagen“ vorgeschrieben. Ein komplettes Bleiverbot ist aber schon deswegen irrsinnig, weil auch vermeintlich bleifreie Alternativen bis zu 3 Prozent des Materials Blei enthalten.

 

Seit dem 25. Februar liegt nun der Entwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums für die Bundesjagdgesetz-Novelle vor. Darin heißt es unter anderem, das Schalenwild bei der Jagd nur mit Büchsenmunition erlegt werden darf, die geeignet ist, das Tier so zu töten, dass nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen. Derzeit können Jäger beim Munitionskauf aber nicht erkennen, welche Munition tatsächlich welches Tier auf welche Entfernung tierschutzgerecht  tötet.

 

Ab dem Jagdjahr 2017 soll auch ein bundesweit geltender und verpflichtender Schießübungsnachweis für die Teilnahme an Bewegungsjagden sowohl für die Kugel als auch für Schrot eingeführt werden, der wie der Jagdschein vor der Jagd dem Jagdleiter vorgezeigt werden muss. Die Betonung liegt hier auf ÜBUNG. Einen Leistungsnachweis konnte der Deutsche Jagdverband  verhindern.

 

Des Weiteren beinhalten die Neuerungen bezüglich künftiger Jägerprüfungen  im Wesentlichen drei zentrale Bereiche, und zwar  eine Vereinheitlichung der Jägerausbildung  und der Prüfungsbedingungen. So soll die Ausbildung künftig mindestens 130 Stunden umfassen. Das Fach Wildbrethygiene wird aufgewertet und soll, wie bisher schon die Waffenhandhabung, ein sogenanntes Sperrfach werden, d. h. wer in dieser Teilprüfung keine ausreichenden Leistungen nachweisen kann, besteht  die gesamte Jägerprüfung  nicht. Mit der Direktvermarktung von Wildbret haben wir Jägerinnen und Jäger einen Sonderstatus und den gilt es ebenso wie die hohe Qualität dieses Lebensmittels langfristig zu sichern. Dies gelingt aber nur, wenn wir uns in diesem Bereich auch gut und umfassend auskennen.“

 

Die Zulassung von Schallminderern, d. h. Schalldämpfern im Jagdbetrieb wird derzeit auf Landesebene geprüft.

 

In seinen weiteren Ausführungen widmet sich der Kreisjägermeister einem sehr heiklen Thema. Er führt aus, dass die Gefahr des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest  nach wie vor besteht. Sie bleibt eine große Herausforderung sowohl für Jäger als auch für Landwirte. Es handelt sich dabei um eine anzeigepflichtige Viruserkrankung mit seuchenhaften  Verlauf. Im Gegensatz  zu der klassischen Schweinepest gibt es gegen diese Erkrankung noch keinen Impfstoff, so dass diese Krankheit in der Regel innerhalb einer Woche zum Tod der infizierten Tiere führt. Eine unmittelbare Gefahr für Menschen, Jagdhunde oder andere Wildarten besteht bei dieser Erkrankung aber  nicht.

 

Er bittet  daher um erhöhte Aufmerksamkeit, wenn beim Aufbrechen des Schwarzwildes bedenkliche Merkmale – insbesondere vergrößerte, blutige Lymphknoten,  eine vergrößerte Milz sowie Einblutungen in den inneren Organen festgestellt werden, -  ist im Zweifelsfall einen Tierarzt  zu Rate zu ziehen oder das Veterinäramt zu benachrichtigen.

 

Wenn verendetes Schwarzwild, das nicht durch den Straßenverkehr getötet worden ist,  im Revier aufgefunden wird, sollte  ebenfalls das Veterinäramt informiert und entsprechende Untersuchungen veranlasst werden.  Im Falle des Ausbruchs dieser Wildseuche würde dies für uns Jägerinnen und Jäger bedeuten, dass keine Stücke mehr vermarktet werden dürfen und die Durchführung von Drückjagden  verboten wird.

 

Zum Luchs gibt der Kreisjägermeister folgende Informationen: Pro 100 Quadratkilometer  leben nach den Berechnungen der Forscher im Harz mehr als 2 ausgewachsene Luchse – damit gilt der Harz als gesättigt. Folglich haben sich die Tiere inzwischen in verschiedene Richtungen weiter ausgebreitet. Auch das Eichsfeld gehört inzwischen zweifelsfrei zum Streifgebiet der Luchse. In einer Jagdzeitschrift war kürzlich zu lesen und von der Verwaltung des Nationalparks Harz ist bestätigt worden, dass im Harz inzwischen jährlich mehr als 2.500 Rehe von Luchsen gerissen werden.

 

Nach dem Luchs spricht KJM Ballhausen auch das Thema  Wölfe an, das immer wieder  zu emotionalen Debatten – nicht nur unter den Jägerinnen und Jägern, sondern auch den Nutztierhaltern - führten. Durch die dynamische Ausbreitung der Wölfe kommt es in bestimmten Landesteilen zunehmend  zu Konflikten mit der Bevölkerung und den Nutztierhaltern. Daher wird uns die Rückkehr der Wölfe in Zukunft stärker denn je beschäftigen, zumal die im Verhalten besonders auffälligen Wölfe immer wieder für große Diskussionen sorgen. Dennoch rät er dringend – auch seitens der Jägerinnen und Jäger -  zu einer sachlichen Diskussion dieses Themas. Das  Nieders. Umweltministerium stellt in neuerer Zeit  Überlegungen an, verhaltensauffällige Wölfe zu vergrämen oder als letztes Mittel der freien Wildbahn zu entnehmen. Hierbei handelt es sich aber  um keine Jagdausübung im Sinne des BJG, weil der Wolf nicht dem Jagdrecht sondern dem Naturschutzrecht unterliegt und damit nicht zu den jagdbaren Tieren gehört. Solange der Wolf nicht in den Katalog der jagdbaren Arten aufgenommen worden ist, haben wir Jäger keine Zuständigkeit und sollten  wir uns auch ohne Not nicht in diese gesellschaftliche Auseinandersetzung hineinbegeben.

 

Die Entscheidung, wie es in Deutschland mit den Wölfen auf Dauer weitergeht und Verantwortung dafür, das gilt es hier klar zu sagen, ist eine politische, die von den zuständigen Behörden und den verantwortlichen Ministerien zu treffen ist. Unsere Aufgabe ist dies nicht. Der Kreisjägermeister ist davon überzeugt, dass  am Ende die gesellschaftliche Akzeptanz die entscheidende Rolle spielen wird. 

 

Zum Schluss seines Berichtes erfolgen noch einige persönliche Anmerkungen: 

 

„Bei allen Veränderungen, die auf uns zukommen, sollten wir Jägerinnen und Jäger immer wieder den Politikern und der nichtjagenden Bevölkerung deutlich vor Augen führen, dass wir uns als kundige Personen in der Natur auskennen und Zeichen in der Natur lesen und interpretieren können, die vielen unserer Mitmenschen verborgen bleiben. Es sind unsere Ausbildung, Erfahrung und Passion, die uns dies ermöglichen. Auch wenn unserer Gesellschaft kritischer geworden ist, was wir durchaus begrüßen, wird es gefährlich, wenn dieses kritische Denken uns gegenüber mit Unwissenheit gepaart ist. Daher ist es mehr als bedauerlich, dass wir uns viel zu oft für unser Tun rechtfertigen müssen.

 

Als Jägerinnen und Jäger tragen wir eine hohe Verantwortung. Wir stellen uns dieser Verantwortung, der Verantwortung für den Erhalt einer artenreichen Flora und Fauna in einer Umwelt, die immer größeren Belastungen ausgesetzt ist. Weil dies so ist, dürfen wir uns auch zu Recht als aktive Naturschützer bezeichnen, deren Interesse  und Einsatz nicht nur dem jagdbaren Wild, sondern allen freilebenden Kreaturen gilt. Zeigen wir der Gesellschaft, dass Jägerinnen und Jäger verantwortlich handeln und dass Jagd als eine Form der nachhaltigen Nutzung einen wesentlichen Beitrag zum Artenschutz leistet. Lassen wir uns  daher  nicht entmutigen in einer Zeit,  in der uns der Wind allzu oft kräftig ins Gesicht bläst und lassen wir uns die Freude an der Jagd von niemanden nehmen“.

 

 

Zusammenfassung der Hegeschau für das

Jagdjahr 2015/16

 

Der KJM, Alfred Ballhausen, stellt den Streckenbericht  2015/2016 der Jägerschaft Duderstadt vor. Aus dem gesamten Streckenbericht, der jedem Versammlungsteilnehmer vorliegt,  werden hier nur einige Wildarten aufgeführt.

 

Schwarzwild

Wir müssen das Schwarzwild weiterhin scharf bejagen, so liest man es immer wieder und so wird es immer wieder verkündet. Diese Aussagen kommen aus Politik, Wildbiologie. Landwirtschaft und auch aus unseren eigenen Reihen. Wer aber auf die Streckenstatistiken der vergangenen Jahrzehnte schaut, sieht, dass genau das Gegenteil von dem eingetreten ist, was angestrebt wird: Die Bestände haben sich tendenziell immer weiter nach oben bewegt.

 

Dafür gibt es viele gute Gründe, die primär nichts mit der Jagd zu tun haben: Klimawandel, häufige Baummasten, Veränderungen in der Landwirtschaft sowie die hohe Reproduktions- und Anpassungsfähigkeit dieser Wildart, sind die ausschlaggebenden Gründe.

 

Für die Politik und Öffentlichkeit  stellt sich die Frage, ob wir Jägerinnen und Jäger die Sauenbestände wirklich reduzieren können und auch reduzieren wollen.  Ansitze in den Vollmondphasen gehören zur Tagesordnung. Die heutigen Drückjagden sind fast durchweg gut organisierte Großereignisse mit Strecken, die früher nicht für möglich gehalten wurden.  Wirkliche Reduktion ist  vernünftig und nötig.

 

In  40 von 51 Revieren unserer Jägerschaft  ist  im vergangenen Jahr Schwarzwild zur Strecke gekommen. Damit  kommt es – zumindest als Wechselwild – flächendeckend in fast allen unseren Eichsfelder Revieren vor.

 

Genau 400 Stück Schwarzwild (215 männliche und 185 weibliche Stücke) davon 22 als Fallwild, sind zur Strecke gebracht worden. Das sind 89 Stück mehr als im Jahr davor, und nur 27 Stück weniger als im Rekordjahr 2012/2013.

 

Die Gesamtstrecke im Landkreis Göttingen einschließlich der Forstämter betrug 3178 Stück, was ebenfalls das zweithöchste je erzielte Streckenergebnis  darstellt. Diese Zahlen belegen, dass wir auch in Zukunft  waidgerecht und intensiv unser Schwarzwild – insbesondere die Frischlinge - auch unter Berücksichtigung der drohenden Afrikanischen  Schweinepest  und den zu erwartenden Wildschäden bejagen müssen, obwohl eine Vermarktung der Stücke einzelne Revierinhaber vor große Probleme stellt.

 

Rehwild

Das Rehwild ist und bleibt des deutschen Jägers Wildart Nummer eins. Es ist die bei uns am häufigsten vorkommende Schalenwildart. Mit leichten Schwankungen sind die Jagdstrecken in den vergangenen Jahren weitgehend konstant geblieben. Insgesamt kamen 534 Stück, d. h. 271 männliche und 263 weibliche Stücke zur Strecke. Auffallend ist, dass der gemeldete Fallwildanteil  beim Rehwild von 87 Stück im Jahr zuvor um 26 Stück auf 113 Stück wieder gestiegen  ist. Er liegt damit aber noch um 24 Stück unter dem Ergebnis des Vorvorjahres. Die genannten Zahlen beinhalten allerdings das gesamte Fallwild und nicht nur die durch den Straßenverkehr verunfallten Rehe, so dass daraus nicht geschlussfolgert werden sollte, dass das Anbringen von Wildwarnreflektoren an unseren Straßen keine Wirkung zeigt. Ich bin überzeugt, dass die Fallwildstrecke sonst noch viel höher ausgefallen wäre. Bei dieser Gelegenheit möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass auch alles auf den Straßen verunfallte Wild in die Abschusslisten einzutragen ist. 50,7 % der gesamten Rehwildstrecke entfallen auf männliches Rehwild und 49,3% auf weibliches Rehwild, so dass man nahezu von einem 1:1 Verhältnis ausgehen kann, was ein sehr gutes Ergebnis darstellt und auch den planerischen  jagdlichen Zielsetzungen entspricht.

 

Erfreulich sieht auch das Ergebnis bezogen auf die Altersstruktur des erlegten Rehwildes aus.  Im Gegensatz zu den Vorjahren  wurden rd. 58 % des männlichen Rehwildes und  66 % des weiblichen Rehwildes in der Jugendklasse erlegt.  Mit diesem Ergebnis kommen wir den Hegezielvorgaben, nach denen dieser Anteil mindestens 60 % betragen soll, sehr nahe, obwohl der Eingriff bei den 2 - 4 jährigen Stücken eindeutig zu hoch ist.

 

Die Feldhasen   haben offenbar Probleme, sich den rasant verändernden Bedingungen – insbesondere in der großflächigen Landwirtschaft mit zahlreichen Monokulturen-  anzupassen.

 

 Sie werden in unseren Revieren kaum noch bejagt. Wenn auch der Abwärtstrend gestoppt scheint, was den Besatz angeht,  so bewegen wir uns doch auf einem sehr niedrigen Niveau. Nur 90  Stück, im Jahr davor waren es 84 Stück, sind zur Strecke gekommen. 71 von den 90 Stück sind als Fallwild gemeldet worden, so dass nur 19 erlegt worden sind.

 

Fuchs, Dachs und Waschbär  zählen zu den Gewinnern unserer Kulturlandschaft.

Unverzichtbar ist daher die Fangjagd, um andere Arten zu erhalten oder deren Entwicklung zu fördern.  Die Fuchsbilanz weist mit 494 Stück erneut einen weiteren  Anstieg  um 47 Stück aus. Dennoch bleibt  diese Zahl weit hinter dem Ergebnis des Jagdjahres 2012/2013, als 710 Stück zur Strecke kamen, zurück.

 

Beim Dachs haben wir  einen leichten Rückgang um 7 Stück zu verzeichnen Die Strecke betrug 93 Stück. Im Jahr davor, waren es 100,  wobei sicher noch eine nicht bekannte Dunkelziffer – insbesondere durch den Straßenverkehr  und Staupeerkrankungen -  hinzugerechnet werden muss.

 

Explosionsartig hat es der Waschbär geschafft, sich mit Abstand zur zweithäufigsten Raubwildart in unserer Jägerschaft zu mausern. Mit 401 ist das bisher höchste Streckenergebnis des vergangenen Jahres mit insgesamt 422 Stück zwar nicht ganz erreicht worden. Eine Trendwende sehe ich hierin aber nicht.

 

Zum Federwild gibt es Folgendes zu berichten:

18 Rebhühner, die gleiche Anzahl wie im Vorjahr, wurden als Fallwild gemeldet, d. h. sie kommen erfreulicher Weise  in geringer Zahl in einzelnen Revieren noch vor.

 

Einen deutlichen Einbruch hat es bei den  Stockenten gegeben. Nur einmal, und zwar im Jagdjahr 2012/2013 war hier  in den vergangenen 15 Jahren eine geringere Jagdstrecke zu verzeichnen. Von 302 Stück ging die Strecke um fast eine Drittel auf 211 zurück. Bei den Graugänsen stieg die Strecke um 12 auf 33 und bei den Nilgänsen von 2 auf 9 Stück. Hier spricht vieles dafür, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzen wird.

 

Besprechung der Trophäen

 

Zur Besprechung/Bewertung gibt der Kreisjägermeister folgende Informationen:

Die verlängerte Jagdzeit auf den Rehbock bis zum 31.01. hat  nur in geringem Umfang dazu geführt, dass nicht von allen Rehböcken Kopfschmuck und Unterkiefer vorgelegt worden sind, da einzelne nach dem 15.10 zur Strecke gekommene Rehböcke ihr Gehörn bereits abgeworfen hatten.

 

Auch heute sind hier in der Hegeschau wieder mehrere starke Trophäen des Rehwildes zu sehen, auch wenn nur ein Teil davon das Zielalter von 5 Jahren erreicht hat.

 

Insgesamt stellt der KJM anhand der ausgestellten Trophäen fest, dass es mit wenigen Ausnahmen ein Jagdjahr mit durchschnittlichen Trophäen war.

 

Die vorgezeigten Trophäen beim Schwarzwild zeigen, dass es sich  überwiegend um junge bis mittelalte Keiler handelt, die zur Strecke gekommen sind, die aber aufgrund der guten Mast, teilweise schon ein sehr ordentliches Gewicht aufweisen konnten.

Der Kreisjägermeister bedankt sich bei den Waidgesellen Helmut Nolte und Werner Rüttgeroth, die mit ihm in die Bewertungskommission gebildet haben, für die Unterstützung.

 

Verleihung von Brüchen

Die Verleihung von Brüchen im Rahmen der Hegeschau wird innerhalb unserer Jägerschaft seit Jahrzehnten praktiziert. Sie entspringt dem jagdlichen Brauchtum und geht auf die Verleihung des Schützen- und des Erlegerbruches zurück, der dem Erleger eines Stückes Schalenwildes brauchtumsgerecht überreicht wird.

 

Goldener  Bruch     für den besten Gesamtabschuss beim Rehwild   -  Revier  Rhumspringe

Silberner    Bruch                       -   „  -                                            -  Revier Rollshausen

Bronzener Bruch                       -    „   -                                           -   Revier Obernfeld

 

Beste Einzelabschüsse Rehwild

Silberner    Bruch               Werner Schönekehs (Rev.Mingerode),

                                         Matthias Degenhardt (Rev. Fuhrbach                                   

Bronzener  Bruch              Christoph Meyer   (Rev.Fuhrbach)

 

Beste Einzelabschüsse Schwarzwild

Silberner  Bruch               Stefan  Rüttgeroth (Rev. Wollerhausen I)

                                       Christoph Schenke (Rev, Desingerode)

 

Bronzener Bruch              Heiko Kopp (Rev. Wollershausen II)

 

 

 

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